Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 25. Juli 2000

Arbeit für andere und mit anderen

Freimaurerloge ehrt Sieger des Wettbewerbs für sozialen und humanitären Einsatz

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Hinter der Weltkugel: Jürgen Müller und Peter Kongsbak (hi. von li.) von der Freimaurerloge und die Preisträger (von li.): Sally Häsler, Sarah Kalson, Julia Thomä, Anna Glufke, Nikolai Schuelper, Rebekka Lipfert (vorne), Daniela Jakubzig, May-Britt Grobleben und Jakob Schierenberg; Foto: M. Rulfs

Schüler und Schülerinnen, die Aufgaben im humanitären und sozialen Bereich freiwillig und außerhalb ihrer Schulzeit übernommen haben, wurden in einer Feierstunde im Lübecker Rathaus von der Lübecker Frei- maurerloge "Die Weltkugel" ausgezeichnet. Den Schülerwettbewerb gibt es bereits seit 1979, als die Loge ihr 200jähriges Bestehen feierte.

Eine Urkunde und 2000 Mark gewann die 18jährige Julia Thomä vom Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium. Sie betreut seit zwei Jahren an zwei bis drei Nachmittagen pro Woche eine Gruppe von zehn geistig und körperlich Behinderten der Vorwerker Heimstätten. Jürgen Müller, Vorsitzender des Unter-
stützungswerkes der Loge, sagte bei der Überreichung des Preises, Julia "zeichne sich bei eigener Bescheidenheit durch große Beliebtheit und Akzeptanz in ihrem Umfeld aus". Julia selber strahlt, als sie von ihrer Arbeit erzählt: "Ich versuche den Alltag von Behinderten so schön wie möglich zu gestalten".

Mit dem gleichen Preis wurden stellvertretend für die Klassen 6 bis 10 der Integrierten Gesamtschule Buntekuh die 13jährigen Schülerinnen Sally Häsler und Sarah Kalson und die 14jährige Rebekka Lipfert ausgezeichnet. Sie haben regelmäßig ihre Mittagszeit mit behinderten Schülern der Paul-Burwick-Schule verbracht, haben mit ihnen gespielt, gebastelt und gekocht.

Zwei Theatergruppen vom Gymnasium Katharineum erhielten 1000 Mark. Eines ihrer Stücke, "Royaume de la Seine", ist eine eigene Bearbeitung Victor Hugos "Der Glöckner von Notre Dame; die Musik schrieb der Musiklehrer Dietmar Hampel. Der junge Leiter der Theaterarbeit, Karsten Kilian - der nach Abschluß seines Referendariats zum Bedauern aller die Schule verlassen muß - und die 19jährige May-Britt Grobleben verfaßten die Texte und führten die Regie. Das andere Stück, "Streetlife" handelt von einem Bandenkrieg mit Liebesgeschichte. Auch dieses Stück haben die Schüler selbst entwickelt, Regie führte der 18jährige Jakob Schierenberg.

Jürgen Müller und der Vorsitzende der Freimaurerloge, Peter Kongsbak, erklärten den Gästen im Audienzsaal die Arbeit der Freimauerer. "Wir arbeiten heute mit dem Ziel der Persönlichkeitsbildung und -findung, unter hohen ethischen und moralischen Ansprüchen und daraus resultierendem humanitären-sozialen Engagement auf der Basis eines `Füreinander - Miteinander'", sagte Müller.

Von ihrer Tradition her ein Männerbund mit Ursprung in den mittelalterlichen Bauhütten der Dombaumeister, geht es den Freimaurern heute nicht mehr um den Bau von Kathedralen, sondern um den Menschen selber und sein Wirken zum Wohle der Menschheit als Ganzes.

Das Engagement der Schüler macht Mut für 2001: Es ist das Jahr der Ehrenamtlichen.

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