Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 01. August 2000

Keine Angst vor kaltem Wasser

Freibad Marli: Erwin Stallbaum weiht Sprungturm ein - Neue sanitäre Anlagen

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"Moderator" Holger Bull vom TSB (li.) und das SPD-Bürgerschaftsmitglied Erwin Stallbaum kommentieren das Beachvolleyballturnier anläßlich der Inbetriebnahme des neuen Sprungturmes im Freibad Marli. Zuvor hatte Stallbaum diesen Turm mit einem spektakulären Sprung offiziell eingeweiht; Foto: Privat

Wenn sich derzeit nur wenige Schwimmerinnen und Schwimmer in der Freibadeanstalt Marli tummeln, dann liegt das ausschließlich am wechselhaften Wetter. Denn schließlich ist das Freibad, das im vergangenen Jahr hundert Jahre alt wurde, nicht zuletzt durch den kürzlich aufgestellten Drei-Meter- Turm wieder um eine Attraktion reicher. Außerdem wurden die sanitären Anlagen erneuert - installiert wurden neue Warmwasserduschen und Toiletten. Und im nächsten Jahr wird der große Anbau, der vor fünf Jahren durch den Gemeindeunfallversicherungsverband stillgelegt wurde, wiederhergestellt. Dann wird es wieder möglich sein, die Anziehsachen und Wertgegenstände abzugeben und man braucht sie nicht mehr unbewacht am Strand liegen zu lassen.

Schließlich laufen unter Federführung von Reinhold Schrader und dem SPD-Bürgerschaftsmitglied Erwin Stall- baum die Vorbereitungen zur Gründung eines Fördervereins für das Schwimmbad.

"Kein Geld", hörte er immer wieder, wenn er nach Verbesserungen für die Flußbadeanstalt fragte, erinnert sich Stallbaum. Im letzten Jahr, zum Jubiläum, kam auch wieder die Diskus-sion über einen neuen Sprungturm auf, der alte Turm ist seit 1996 verschwunden. Auch hier hieß es: "Kein Geld dafür da."

Stallbaum wollte dies nicht akzeptieren, versuchte über einen fraktionsübergreifenden Antrag in der Bürgerschaft doch entsprechendes Geld loszueisen. Die CDU jedoch, bedauert Stallbaum, habe sich seinem Ansinnen nicht anschließen mögen. "Der Fraktionsvorsitzende Klaus Puschaddel hat stattdessen geraten, ich solle den Gürtel enger schnallen."

Viele Gäste

Stallbaum ließ sich aber auch durch diesen Rückschlag nicht entmutigen. Viele Besucherinnen und Besucher jährlich seien der Beweis dafür, daß die Flußbadeanstalt gern genutzt werde und deshalb erhalten bleiben muß. Dafür aber seien Investitionen unerläßlich. Und so brachte er als Mitglied des Aufsichtsrates der Schwimmbäder GmbH sein Anliegen vor dieses Gremium. Hier fand Stallbaum endlich die erhoffte Unterstützung: In seiner Februar-Sitzung beschloß der Aufsichtsrat die Bereitstellung der notwendigen Gelder.

Am 15. Juli fand die feierliche Einweihung des rund 86 000 Mark teuren Turms statt - mit einem Beachvolleyballturnier, an dem sieben Mannschaften teilnahmen, sowie einem zünftigen Fest mit Grillwürstchen und Bier. Und mit einer ganz besonderen Einweihungszeremonie: Weil Erwin Stallbaum sich so vehement für den Turm eingesetzt hatte, ließ man nicht locker, er mußte diesen mit einem Sprung offiziell in Betrieb nehmen. Bei nur 18 warmem Wasser wahrlich kein Vergnügen, doch Stallbaum kniff nicht und sprang. "Das sind doch die schönsten Stunden im Politikerleben, wenn man etwas Sichtbares erreicht hat", freut sich Stallbaum mit Blick auf die Einweihung. Dafür habe er den Sprung ins kalte Wasser gern in Kauf genommen.

In den Kosten für den Turm sind auch die Erneuerung des Steges zum Sprungturm sowie das notwendige jährliche Ausbaggern, um eine bestimmte Wassertiefe zu garantieren, enthalten. Die Possehl-Stiftung gab 22 000 Mark dazu.

Warum sich Erwin Stallbaum so vehement für das Freibad einsetzt? Der geborene "Marlianer" hat in der ältesten Lübecker Flußbadeanstalt schwimmen gelernt.

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