Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 24. Oktober 2000

Wie in einer anderen Welt

Zur Stadtgestaltung

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Vor einiger Zeit waren wir im Schwarzwald. Dabei fiel uns einiges angenehm auf: Schon die Straßen waren sauber und die Rinnsteine und Gehwege nicht zugewachsen. Vermißt habe ich dort auch die Fahrbahnverengungen, Kübel, Poller und Aufpflasterungen, die nicht nur gefährlich sind, sondern auch den Verbrauch und die Umweltbelastung erhöhen - den Grünen sei Dank.

Bemerkenswert fand ich auch, daß die Gehwege vielfach nur rund drei Zentimeter höher als die Fahrbahn lagen und die Kantsteine dazu noch abgerundet waren. Rollstuhlfahrer - und notfalls auch Fahrzeuge - können die Kantsteine gefahrlos überfahren. Die Gehwege waren waagerecht - und nicht schräg wie am Baggersand und die neue Pflasterung in der Rose, damit man bei Nässe und Glätte gefährlich ins Rutschen kommt.

Die Schwarzwälder scheinen auch sehr tierlieb zu sein. Sie mögen keine Hunde in enge Wohnungen sperren und an Leinen fesseln. Darum halten sie keine Hunde. Das hat zur Folge, daß man auf den Straßen keine der bei uns so beliebten breitgelatschten Hundehaufen findet.

Dafür findet man viele gepflegte Blumenrabatten und Blumenkübel. In den Orten und an Wanderwegen stehen Bänke, die sauber, gepflegt und nicht beschädigt oder beschmiert sind. Besonders aufgefallen ist mir das absolute Fehlen von Graffiti-Schmierereien.

Ein sehr schöner Ort im Schwarzwald ist Freudenstadt. Wie überall saubere öffentliche Toiletten; eine großzügige Marktgestaltung mit einem hübschen, dabei einfachen Wasserspiel; Plätze und Straßen mit griffigem und billigem einheimischen Stein gepflastert. Man kann sagen, man fühlt sich dort wie in einer anderen Welt.

Ob unsere Kommunalpolitiker noch lernfähig sind?

Werner Drews, Lübeck

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