Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. Juli 2019

Ausgabe vom 24. Oktober 2000

Blankensee: Ausbau des Flugverkehrs mit Klima- und Lärmschutz unvereinbar

V.i.S.d.P.: Hans-Jürgen Schubert

Bündnis 90 / Die Grünen

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Autor: Bernd Möller

Angesichts der Unwetterkatastrophen in den Alpen ermahnen uns Klimaexperten dringend, jede weitere Erderwär- mung zu verhindern. Überlebenswichtig ist auch der Schutz der Ozonschicht vor Stickstoff-oxiden von Flugmotoren. Im Klimabündnis hat sich Lübeck verpflichtet, Treibhausgase bis 2005 erheblich zu reduzieren.

Ganz anders seine Flughafengesellschaft: Sie will für mehr Flugverkehr bis 2003 weitere 26 Millionen Mark investieren, davon bis 20 Millionen Mark aus öffentlichen Kassen. Die hochverschuldete Stadt soll weiter jährliche Verluste bis zu zwei Millionen Mark decken.

Mehr als 20 Millionen Mark haben Stadt und Land schon zugeschossen. Jeder Flugpassagier in Blankensee wird Umweltverbänden zufolge mit etwa 700 Mark pro Flug subventioniert.

Seit Jahren erhält der Flugplatz immer neue Einzelgenehmigungen und Gelder für "Sicherheits-" beziehungsweise "Ertüchtigungsmaßnahmen". Schützenswerte Kleingewässer und Heidestreifen wurden nach und nach planiert. Demnächst soll der "Taxiway C" in das Vogelschutzgebiet Grönauer Heide verlängert werden.

Das Ziel ist offenkundig eine wesentliche Betriebserweiterung. Dafür muß aber endlich ein ordentliches Planungsverfahren unter Beteiligung der AnliegerInnen erfolgen!

Gegen Beschlüsse der Bürgerschaft wirbt der Flughafen mit der Möglichkeit von Nachtflügen und führt diese auch durch. Regelflüge sind oft bis in die Nacht verspätet. Tagsüber erfolgen lärmende Testflüge mitunter in dichter Folge. Viele AnwohnerInnen in Lübeck und Groß Grönau leiden unter Streß und erheblichen Gesundheitsbelastungen.

Deshalb werden wir in der Bürgerschaft beantragen, in Blankensee einen Nachtflugverzicht zu erwirken.

Um die ertragreichen Flüge streiten sich schon die Großflughäfen. Blankensee wird absehbar unwirtschaftlich bleiben. Land und Stadt sollten ihr Geld nicht länger bei diesem "Klimakiller", sondern in attraktiveren Bahnverbindungen anlegen.

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