Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 31. Oktober 2000

Eine tödliche Falle für die Fische

BUND: Überdüngung der Ostsee ist Ursache für das Sterben der Tiere

Mehrere tausend tote Fische verschiedener Arten wurden am Donnerstag vormittag in der Ostsee vor Travemünde in Höhe der Badeanstalt Mövenstein gefunden. NachUntersuchung der Tiere hat das Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten inzwischen das Fischsterben "eindeutig auf Sauerstoffmangel" zurückgeführt. Die untersuchten Fischproben hätten das bestätigt. Organische Veränderungen oder Parasiten seien dabei nicht festgestellt worden. Auch im untersuchten Wasser sei nichts gefunden worden.

Jürgen Leicher vom Arbeitskreis Ostsee im Bund für Natur und Umwelt Deutschland (BUND) sieht das Fischsterben nicht so gelassen. Das sei kein "natürliches Vorkommen", sondern "vom Menschen gemacht." Leicher hält die Überdüngung der Ostsee - zuviele Nährstoffe - für die Ursache. Diese Nährstoffübersättigung führe zu einem stärkeren Algenwachstum. Die Algen würden absterben, auf den Meeresgrund absinken und dort für sauerstoffreie Zonen sorgen. Der Sturm, der am Donnerstag herrschte, habe das Oberflächenwasser weggedrückt und dadurch die sauerstoffreien Zonen nach oben geholt - eine tödliche "Falle" für die Fische.

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