Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 12. Dezember 2000

Die Gruppen sind schon jetzt sehr groß

Landtagsabgeordnete informiert sich über Standards in Kindertagesstätten

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Kurz bei der Arbeit unterbrochen: Kinder vom integrativen "Kinderclub"; Foto: M. Rulfs

Sieben Lübecker Kindertagesstätten städtischer, freier und kirchlicher Träger standen auf dem Besuchsprogramm von Angelika Birk, der sozialpolitischen Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion Anfang vergangener Woche. Birk wollte sich ein Bild von der aktuellen Situation vor Ort machen.

Der Besuch der Kindertagesstätten habe ihr gezeigt, so Birk, daß schon jetzt in Lübeck die Kindergartengruppen in der Regel mit 22 Kindern besetzt und damit sehr groß seien; besonders städtische Einrichtungen hätten häufig nur dann kleinere Gruppen, wenn sie geistig oder körperlich behinderte Kinder mitbetreuten.

Die Unterschiede seien enorm: zum Beispiel könnten nur wenig Kindergärten den Kindern so viel Platz und Möglichkeiten anbieten, draußen zu spielen, wie die Einrichtungen "Kin- derland" und "Kinderclub".

Hintergrund des Besuchs ist die Forderung von F.D.P., CDU und SPD auf Landesebene, die derzeit gültige "Landeskindertagesstättenverordnung zu öffnen". Das heißt, die in Schleswig-Holstein landesweit festge- schriebenen pädagogischen Standards sollen gelockert werden. Gemeint sind damit die Größe der Kindergartengruppen oder die Qualifikation der betreuenden Fachkräfte. Die Kommunen wie Lübeck könnten mit diesen gelockerten Standards dann im Kindertagesstättenbereich Geld sparen - und genau das befürchten die Grünen. Am vergangenen Dienstag hat das schleswig-holsteinische Kabinett die Entscheidung über die Kindertagesstätten-Verordnung Birk zufolge an den Landtag verwiesen.

Das fraktionslose Mitglied der Lübecker Bürgerschaft Antje Jansen hat unterdessen "gegen die beabsichtigte Verschlechterung der Situation von Kindertagesstätten durch die geplante Freigabe der Standards" protestiert. Sie bedauere, daß ein Antrag auf Erhalt der Mindeststandards in der November-Bürgerschaftssitzung von CDU und SPD abgelehnt worden sei. "Damit vergrößert sich die Gefahr, daß sich die Hansestadt Lübeck an der Herabsetzung der Standards beteiligt."

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