Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 12. Dezember 2000

"Nicht nur Last, sondern auch Freude"

Lübecker Auftakt zum Internationalen Jahr der Freiwilligen 2001

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Die Theatergruppe "Trau Dich" unterhielt mit "Loriot-Sketchen"

Die Hansestadt Lübeck hat das Internationale Jahr der Freiwilligen (IJF) 2001 am vergangenen Dienstag mit einer informativen und unterhaltenden Auftaktveranstaltung in der Musik- und Kongreßhalle eingeläutet. Vom frühen Morgen bis in den späten Abend hinein stand das Ehrenamt, das freiwillige Engagement und die Selbsthilfe im Mittelpunkt: 46 Vereine, Verbände und Organisationen informierten über die vielfältigen Betätigungsmöglichkeiten, in offiziellen Reden wurde die Bedeutung des freiwilligen Engagements herausgestellt und in einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde wurde nach Möglichkeiten gesucht, das ehrenamtliche bürgerschaftliche Engagement aufzuwerten und damit wieder verstärkt ins Bewußtsein der Bevölkerung zu bringen. So war dieser Auftakt zugleich auch gedacht als ein Dank an all jene, die sich freiwillig engagieren.

In allen Gesellschaften haben zu unterschiedlichen historischen Epochen die Menschen allein oder organisiert Leistungen für andere erbracht oder auch zur existentiellen Absicherung ohne materielles Entgelt beigetragen.

"Bekenntnis zur Stadt"

Entsprechend waren die offiziellen Redner des Lobes voll über die Ehrenamtlich Tätigen. Deren Bereitschaft, Kraft, Energie und Engagement sei der "Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält", sagte beispielsweise Bürgermeister Bernd Saxe. Zugleich betonte er, daß "Ehrenamt nicht nur Last und Bürde ist, sondern auch Freude."

Stadtpräsident Peter Oertling erinnerte insbesondere an die langjährige Tradition des ehrenamtlichen Engagements in der Hansestadt, wie es sich beispielsweise durch die Gründung der "Gemeinnützigen" ausdrücke. Das Ehrenamt liege begründet in der "Freiheitlichkeit des Gemeinwesens". Und dieses wiederum lebe von der Mitwirkung und Mitgestaltung der Bürgerinnen und Bürger. Zugleich sei das ehrenamtliche Engagement auch ein Bekenntnis zur Kommune. Denn "die Stadt kann nicht alles und soll auch nicht alles", sagte Oertling.

Um die Bedeutung des Ehrenamtes und den Dank an alle in diesem Bereich Aktiven zu verdeutlichen, so Oertling, habe man der lübschen Veranstaltung "ein besonderes Gepräge" gegeben. Sogar die Stadt wurde an diesem Tag beflaggt.

Im Rahmenprogramm unterhielten Musik- und Theatergruppen die Gäste in der Musik- und Kongreßhalle (MuK) - mit dem Silvesterklassiker "Dinner for one", mit "Loriot"-Sketchen und mit einem Seniorenkabarett. Das musikalische Angebot reichte vom Passat-Chor über Pop-Songs mit den "Straki-Kids" von der Strakerjahn-Schule bis hin zur eigens für diesen Tag komponierten "Hanseaten-Suite" für sieben Bläser, dargeboten von der Musikhochschule. Im gesamten Foyer der MuK präsentierten sich Vereine, Verbände und Organisationen. Die Bandbreite reichte dabei von der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke und der Lübecker Hospizbewegung über die Marli-Werkstätten, den Jugendtreff Hudekamp, die Siedlungsgemeinschaft Dornbreite bis hin zum Ehrenamtlichen Selbsthilfezentrum.

Neben der Präsentation der vielfältig ehrenamtlich geleisteten Arbeit diente die Darstellung auch dem Versuch, weitere Aktive zu gewinnen. Denn die würden bei jeder Form ehrenamtlichen Engagements benötigt, hieß es übereinstimmend.

Bessere Bedingungen

Wenn es daran fehlt, daß sich weitere Mitmenschen ehrenamtlich engagieren, dann könne dies auch daran liegen, daß die Rahmenbedingungen dafür verbessert werden müßten, hieß es in einer abschließenden Diskussionsrunde mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Kirchen und sozialen Verbänden. Lienhard Böhning von der SPD-Bürgerschaftsfraktion etwa forderte eine "neue Kultur des So- zialen". Viele wirtschaftlich bedeutsame Projekte würden angeschoben, aber über jede Mark für den sozialen Bereich werde diskutiert. "Das muß anders werden", so Böhning.

Roswitha Kaske, CDU, sprach sich für einen "Freiwilligen-Paß" aus, der ehrenamtlich Aktiven Vergünstigen gewähre, etwa in Schwimmbädern, im Museum oder im

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