Ausgabe 107 vom 10.01.2000

Augen-Blick


Henning von der Heide: Die St. Jürgen-Gruppe; Foto: Museum

St. Jürgen-Gruppe
St. Annen-Museum: Henning von der Heide

Für die St. Jürgen Kapelle vor dem Mühlentor schuf Henning von der Heide 1504/5 die St. Jürgen-Gruppe, die heute im Raum hinter dem Remter des St. Annen-Museums aufgestellt ist.

Der Legende nach befreite der christliche Ritter die Prinzessin, die dem Drachen geopfert werden sollte. Die Konstellation der Figuren zueinander lehnt sich eng an Bernt Notke an, den großen Lübecker Künstler, der eine großformatige, prunkvoll ausgestaltete Figurengruppe voll mystischer Symbolik für die Hauptkirche Stockholms schuf. Ein Gipsabdruck dieser Gruppe steht in der St. Katharinen-Kirche. Henning von der Heide, schon ganz dem Geist der Neuzeit verbunden, kam es dagegen auf das natürliche Erfassen der Menschengestalt an, auf organische Körperproportionen und dynamische Bewegung, wie es für die Renaissance typisch werden sollte.

Der originale Drachen, der auf dem Rücken lag, die Pranke in die Brust des Pferdes geschlagen, wurde bereits im Jahr 1619 durch das kleine schreitende Tier ersetzt, nachdem er bei einem Angriff auf die Kapelle zerstört worden war.


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